Netzwerktreffen der Niedersächsischen Ernährungsräte im März 2025

Starker Impuls für die Ernährungsräte im Land Niedersachsen

Geschäftsstelle des Netzwerks der Ernährungsräte Niedersachsen e.V. startet zum 1. April 2025

Hannover. In Niedersachsen sind viele Ernährungsräte und -rätinnen rein ehrenamtlich unterwegs, um eine „gesunde Ernährung“ in der breiten Öffentlichkeit voranzubringen.  Seit heute 1. April 2025 hat das Netzwerk der Ernährungsräte Niedersachsen e.V. eine Geschäftsstelle, gefördert mit insgesamt 120.000 Euro über zwei Jahre durch das Niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Ziel ist es, eine effektive professionelle Struktur für Ernährungsräte auf Landesebene zu schaffen und damit eine gesunde Ernährung zu fördern. Leiterin der Geschäftsstelle ist Stefanie Heidenreich, die viel Erfahrung aus ihrer beruflichen Tätigkeit im Bereich ökologischen Landbau und Nachhaltigkeitskommunikation sowie aus ihrer ehrenamtlichen Arbeit für den Ernährungsrat Göttingen mitbringt.

„Mit einer regionalen und saisonalen Ernährung kann jede und jeder Einzelne etwas für die eigene Gesundheit, die Gesellschaft und den Planeten insgesamt bewegen. Die Ernährungsrätinnen und -räte sind Lotsen auf diesem Weg. Ich wünsche der Leiterin Stefanie Heidenreich viel Erfolg dabei, durch die neue Geschäftsstelle die wichtige Arbeit der Ernährungsrätinnen und -räte in Niedersachsen besser zu strukturieren und voranzubringen,“ so Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte. „Mein Dank gilt insbesondere auch den vielen Ehrenamtlichen, die sich für eine gesunde Ernährung einsetzen.“

Der Ernährungsrat Niedersachsen wurde im Dezember 2022 gegründet, die Ernährungsräte und -rätinnen arbeiten ausschließlich ehrenamtlich. Dabei beraten sie Kitas und Schulen und organisieren Kochkurse, pflanzen mit Anwohnerinnen und Anwohnern Gemüse in Stadtteilgärten oder verarbeiten Lebensmittelreste in öffentlichen „Schnibbbel-Aktionen“ zu gesunden und dabei schmackhaften Gerichten. Ernährungsrätinnen und -räte laden ein zu Veranstaltungen über unsere Lebensgrundlagen, den Boden, das Grundwasser und die Artenvielfalt, um so die Zusammenhänge rund um unsere Ernährung zu verdeutlichen. Sie organisieren Hofbesuche in der Region oder bringen ihr Fachwissen und ihre Erfahrungen in die Erarbeitung von Ernährungsstrategien für Städte und Regionen ein.  Als zivilgesellschaftliches Netzwerk bauen sie Brücken zwischen Erzeugern, Verarbeitern, Handel, Caterern, Kantinen und Verbrauchern.

Die Ziele in den kommenden zwei Jahren sind herausfordernd, so u.a.

  • Ausbau der Arbeit der Ernährungsräte im Land Niedersachsen
  • Mehr Sichtbarkeit für gesunde nachhaltige Ernährung im Kontakt mit den Bürgerrinnen und Bürgern, Politik und Verwaltung im Lande und vor Ort.
  • Vernetzung mit zentralen Akteuren auf Landesebene entlang der Wertschöpfungskette „vom Acker bis zum Teller“.
  • Etablierung des Netzwerks als zivilgesellschaftlicher Partner des Landes Niedersachsen sowie der niedersächsischen Kommunen.
  • Intensivere Zusammenarbeit mit befreundeten Organisationen wie dem Zentrum für Ernährung und Hauswirtschat Niedersachsen (ZEHN) und den Beratungsstellen, um gemeinsam das Thema „Gesunde Ernährung“ in Praxis und Theorie in Niedersachsen weiter voranzubringen.

„Ich danke Miriam Staudte sehr herzlich für diese Unterstützung,“ so Peter Wogenstein, Sprecher des Ernährungsrat Niedersachsen. „Nach über 3 Jahren rein ehrenamtlicher Arbeit auf Landesebene gibt uns die Geschäftsstelle Auftrieb, kann das Budget Personal- und Sachkosten abdecken und insbesondere zahlreiche Veranstaltungen und Aktionen in Niedersachsen ermöglichen.“

Der Ernährungsrat Niedersachsen will auch weiterhin ein fester, kompetenter Gesprächspartner für Politik und Verwaltung auf Landesebene sein, so wie bereits in der Landtagsanhörung zur „Gemeinschaftsverpflegung“ und für eine beitragsfreie Kita- und Schulverpflegung.

Eine starke Stimme für gesunde Ernährung, wenn möglich Bio, regional und saisonal und stärker pflanzenbasiert, werden die Ernährungsräte in Niedersachsen auf jeden Fall sein. Gemeinsam wollen sie im unserem Flächenland gute praktische Beispiele für eine gesunde Ernährung in Praxis und Theorie liefern – mit Herz und Engagement.

Ansprechpartner für Rückfragen:
Peter Wogenstein, Sprecher des Ernährungsrats Niedersachsens
„Netzwerk Ernährungsräte Niedersachsen e.V.“
Tel. 0172 204 9188
E-Mail: peter.wogenstein(at)t-online.de

Ernährungsräte vernetzen Akteure der Ernährungslandschaft aus der Region und stoßen eine Ernährungswende vor Ort an.

Spenden willkommen unter IBAN: DE95 4306 0967 1096 8592 00

Ernährungsräte Niedersachsen zu Besuch im Landwirtschaftsministerium

Die neue Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte hat ein offenes Ohr für die Sorgen der Ernährungsräte in Niedersachsen

Hannover, der 16. Januar 2023

Seit gut 3 Jahren sorgt der Ernährungsrat Niedersachsen für den Austausch der Ernährungsräte und Ernährungsinitiativen im Land untereinander, berät und begleitet junge Ernährungsräte und Initiativen vor Ort, stellt Materialien zur Verfügung, organisiert Treffen und Weiterbildung, vernetzt Aktivitäten, moderiert Veranstaltungen, macht die notwendigen Büro- und Verwaltungsarbeiten, unterstützt bei der Formulierung von Projektanträgen. All dies und mehr geschieht in der Regel ehrenamtlich.

Für diese Sorgen und Hürden für die Arbeit der Ernährungsräte im Flächenland Niedersachen, so die Förderrichtlinien des Landes für Ernährungsprojekte, hat Miriam Staudte in einem ersten Kennenlern-Gespräch ein offenes Ohr. Einig sind sich alle am Tisch Versammelten: die meist ehrenamtliche Tätigkeit der Ernährungsräte vor Ort ist wichtig und braucht Unterstützung.  Geht es doch konkret z.B. um gesunde Kita- und Schulverpflegung („Klarer Kopf sucht gute Nahrung“) statt „Nur billig essen“. So fordert der Koalitionsvertrag „Schulmensen zu Lernorten“ zu machen. Ernährungsräte würden sich gerne dafür engagieren, aber ehrenamtliche Arbeit hat Grenzen.

Katrin Hille, ER Göttingen, Staatssekretär Dr. Michael Marahrens, Peter Wogenstein, Sprecher ER Niedersachsen, Judith Busch, ER Oldenburg, Ministerin Miriam Staudte, Daria Kistner, ER Hannover (von links nach rechts; Bild: Peter Wogenstein)

Gerade die Kantinen als Großverbraucher sind aus Sicht der Ernährungsräte ein wichtiger Hebel für eine drängende Ernährungswende. Ernährungsräte helfen dabei und vernetzen Akteure der Ernährungslandschaft aus der Region, so die Erzeuger, Verarbeiter, den Handel, die Konsumenten, Verwaltung und Wirtschaft. Sie stoßen damit eine Ernährungswende vor Ort an. Ernährungsräte kümmern sich weiterhin um Lebensmittelwertschätzung und Ernährungsbildung, wollen Lebensmittel aus der Region fördern, legen den Finger in die Wunde der fehlenden regionalen Verarbeitungsstrukturen und vieles mehr.

Ernährung ist ein gesellschaftspolitisches Querschnittsthema, auch das machen die Ernährungsräte im Gespräch mit der Ministerin deutlich. Das Ministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Verbraucherschutz kann eine Ernährungswende im Land Niedersachsen allein nicht stemmen. Mehrere gehören an einen Tisch, so die Ministerien für Umweltschutz (Klimafolgen), Gesundheit (ernährungsbedingte Erkrankungen und Folgekosten, z.B. bei Adipositas, Diabetes 2), Soziales (Teilhabe für alle, Armut), Schule (frühes praxisorientiertes und nachhaltiges Lernen und Verhalten), Justiz (rechtliche Rahmenbedingungen), Finanzen (Budget), um mit den Akteuren vom „Acker bis zum Teller“ eine Ernährungswende wirklich und nachhaltig voranzubringen.

Der Koalitionsvertrag 2022-2027 wie auch die Ernährungsstrategie Niedersachsen beschreiben die Notwendigkeit einer „Transformation“ des Ernährungssystems. An der Umsetzung wollen und werden sich die Ernährungsräte – mit den zurzeit begrenzten Möglichkeiten – landesweit beteiligen.