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5 Jahre Ernährungsrat Niedersachen: Zivilgesellschaftliches Engagement für gesunde Ernährung – Die Herausforderungen bleiben!

Ein Bericht von Peter Wogenstein
Hannover, im Dezember 2025

Ernährungsräte sind ein zivilgesellschaftliches Netzwerk meist in den Städten. Sie bauen eine „Brücke“ zwischen Erzeugung, Verarbeitung, Kantinen, Verbraucher:innen von Lebensmitteln sowie Verwaltung und Politik. Sie ermöglichen einen Austausch aller Akteure entlang der Wertschöpfungskette „vom Acker bis zum Telle“. Gemeinsam suchen sie nach praktischen Wegen, um unser Ernährungssystem auf andere Füße zu stellen, ob privat für jede/n Einzelne/n oder z.B. in Kantinen für Kitas und Schulen. Mehr regional, saisonal und stärker pflanzenbetont sind die Merkpunkte, wenn wir uns gesünder ernähren und unseren Planeten schonen wollen.

Ernährungsräte setzen sich für gesunde Lebensmittel auf allen Tellern für alle ein. Ihre zivilgesellschaftliche Stimme ist wichtig. Ernährungsräte verfolgen keine eigenen ökonomischen Interessen. Sie bewegt, in dem was sie tun, ein „interessenloses Interesse“. So machen Ernährungsräte in Politik und Verwaltung, in Stadt- und Regionalplanung Ernährung zum Thema, regen an, öffentliche Beschaffung nachhaltig zu gestalten und suchen nach Wegen, Lebensmittelverschwendung zu vermeiden. Sie wollen die Vielfalt im Ernährungssystem fördern und praktisch erlebbar machen. Sie wollen die regionale Landwirtschaft und regionale Verarbeitung stärken, auch öffentliche Flächen für regionale Ernährung sichern und nicht zuletzt Mitverantwortung für eine globale Sicht und ein globales Handeln übernehmen.

2016 wurde in Köln der erste deutsche Ernährungsrat gegründet, 2020 der landesweite Ernährungsrat Niedersachsen. Heute zählen wir über 60 bundesweit. Das Institut für Welternährung e.V. (IWE) hat von Ende 2016 bis 2018 zahlreiche Initiativen zur Gründung von Ernährungsräten von Nord- bis Süddeutschland beraten und begleitet. Aber: haben Ernährungsräte in ihrer Arbeit „Erfolg“? Und wenn, „wie“ haben sie das angestellt? Das „Netzwerk der Ernährungsräte Niedersachsen“, als e.V. 2020 gegründet, ist ein Beispiel für fünf Jahre ehrenamtliche Arbeit.

Wir mischen uns ein!

Das Landwirtschaftsministerium lud landesweit zu einem „Barcamp Stadt Land Food Niedersachsen“ am 10. Oktober 2019 in Hannover ein. Wir mischten uns aktiv in die Veranstaltung ein. Das waren Annika Bogon, Ernährungsrat Hannover i.G., und Peter Wogenstein für das IWE. Beide präsentierten Perspektiven der Ernährungsräte zu den Themen „Wozu braucht es Ernährungsräte?“ und „Was hindert uns, ökologische Landwirtschaft zu betreiben?“. Dieser „Auftritt“ machte den Begriff „Ernährungsrat“ im Ministerium und bei den Teilnehmenden aus Niedersachsen bekannter, provozierte aber auch, besonders Vertreter:innen der konventionellen Landwirtschaft. Wir fielen auf, und es half, einen „persönlichen Draht“ zu der Ministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Barbara Otte-Kinast (CDU), zu knüpfen und einen Gesprächstermin für den 13. Januar 2020 mit der Ministerin in ihrem Büro zu vereinbaren.

Die Streitschrift des IWE „Landwirtschaft am Scheideweg. Nur eine ökologische Landwirtschaft kann zehn Milliarden Menschen ernähren“ war für Dr. Wilfried Bommert, Sprecher des IWE, und Peter Wogenstein Anlass, der Ministerin Otte-Kinast und dem Staatssekretär Prof. Theuvsen unsere Position zur Zukunft der Landwirtschaft in Niedersachsen, der Notwendigkeit einer Transformation der Landwirtschaft zum Schutz von Boden, Wasser und Artenvielfalt, der Transformation des Ernährungssystems und was es dazu braucht vorzustellen und zu diskutieren. Mit dem Aspekt der Umsetzung insbesondere bei Verbraucher:innen kam besonders die Arbeit zivilgesellschaftlicher Netzwerke, so die Arbeit der Ernährungsräte vor Ort in den Fokus. Sie sollten als wichtiges zivilgesellschaftliches Bindeglied zwischen allen Akteuren vom Acker bis zum Teller stärker gefördert werden, auch und gerade durch das Landesministerium für Ernährung und Landwirtschaft. Aber an dieser Stelle verwies die Ministerin darauf, dass die Ernährungsräte auf kommunaler Ebene arbeiten, nicht auf Landesebene. Neben Hannover gab es bereits den Ernährungsrat Oldenburg sowie die Initiativen in Göttingen und Lüneburg, aber keinen Ernährungsrat auf Landesebene.

Trau Dich!

Und damit war die Idee geboren: wir gründen einen Ernährungsrat Niedersachsen. Ein Ernährungsrat, der auch im Sinne des Ministeriums die Arbeit der einzelnen Ernährungsräte auf Landesebene „koordinieren“ kann und – das war der entscheidende Punkt – allen Initiativen eine „Stimme“ auf Landesebene gibt und „Sprachrohr“ der Ernährungsräte und ihrer Anliegen ist.

Und das ging dann auch sehr schnell. Am 2. März 2020 konnten wir der Ministerin mitteilen, dass Göttingen, Hannover, Lüneburg und Oldenburg den „Ernährungsrat Niedersachsen. Netzwerk der Ernährungsräte und Ernährungsinitiativen in Niedersachsen“ gebildet haben. Damit stand ab sofort der Ernährungsrat Niedersachsen als Ansprechpartner auf Landesebene für Ministerien, Parteien und Landesverbände zur Verfügung. Der nächste Termin mit der Ministerin konnte vereinbart werden.

Erste kleine Etappen

Wir stellten am 8. Juni 2020 Ministerin Otte-Kinast und ihrer Fachabteilung unser erstes gemeinsames Thesenpapier der Ernährungsräte vor mit weitreichenden Forderungen zur Umgestaltung der Landwirtschaft, des Ernährungssystems und Ernährungsangebots. Unsere Forderungen reichten von „Mehr Markt für ökologische Erzeugung“ über die Notwendigkeit von „Ernährungsstrategien“ bis „mehr Bio und Regional in den Kantinen der öffentlichen Hand.“ Teil nahmen Judith Busch, Sandra Rose-Fröhlich und Peter Wogenstein gemeinsam mit Wilfried Bommert, Sprecher des IWE, der an das erste Gespräch am 13. Januar 2020 anknüpfen konnte und uns fachlich unterstützte.

Zwar wurden viele unserer Thesen nicht vom Ministerium geteilt, es folgte die Einladung an uns zum Start der Arbeit an einer Ernährungstrategie für Niedersachsen (31. August 2020 in Nienburg) und Ministerin Otte-Kinast berief das Netzwerk der Ernährungsräte Niedersachsen e.V. (noch i.G.) in den Beirat des ZEHN. Wir waren damit von Beginn an in die Arbeit an einer „Ernährungstrategie des Landes Niedersachsens“ eingebunden und konnten dadurch Positionen und Erfahrungen aus der Arbeit der Ernährungsräte zumindest einbringen.

Die Gründungsversammlung des „Netzwerks der Ernährungsräte Niedersachsen e.V.“ fand am 14. Dezember 2020 in Hannover statt, hatte 9 Gründungsmitglieder. Gewählt wurde der erste Vorstand mit Judith Busch, Oldenburg, Walter Dieckmann, Lüneburg, Alina Seiler, Göttingen und Peter Wogenstein, Hannover.

Mit der Anerkennung der Gemeinnützigkeit durch das Finanzamt Hannover Ost dauerte es noch eine Weile. Das Finanzamt – so schien es – hatte die Schwierigkeit zu verstehen, was tun Ernährungsräte überhaupt und wie kann das für das Finanzamt zufriedenstellend formuliert werden. Und: „Ernährungsrat“ geht gar nicht – zumindest in Hannover -, zu viel Nähe zu amtlichen „Räten“. Deshalb musste „Netzwerk“ im Vereinsnamen auftauchen. Mit den gewünschten Korrekturen konnte die 2. Mitgliederversammlung am 30. Juni 2021 die Satzung beschließen, nutzte diesen Tag aber besonders für die Erarbeitung von Positionen für eine niedersächsische Ernährungsstrategie. Am 28. September 2021 erhielten wir dann unseren Feststellungsbescheid gem. § 60a Abs. 1 AO.

Nicht zu vergessen: die laufenden Kosten rund um die ehrenamtliche Arbeit in den ersten fünf Jahren (Büro-, Reisekosten, Notar bis jährliche Kontoführungsgebühren bei der GLS) mussten finanziert werden. Es waren die Spenden des Vorstands, besonders aber das Institut für Welternährung, das uns finanziell den Rücken frei hielt.

Eine (kleine) Erfolgsgeschichte?
Ohne Beharrlichkeit geht es nicht.

Immerhin: der Ernährungsrat Niedersachsen als „Netzwerk der Ernährungsräte Niedersachsens e.V.“ konnte auf Landesebene etwas erreichen. Der Ernährungsrat Niedersachsen

  • wirkte an der Erarbeitung der Ernährungsstrategie Niedersachsens mit. Die Ernährungsstrategie Niedersachsens wurde vom Niedersächsischen Landtag Ende 2021 verabschiedet. Wir hatten uns die Ernährungsstrategie des Landes mit konkreten Zielen und Maßnahmen, einer Zeitlinie und hinterlegten Budgets gewünscht. Sie ist und bleibt jedoch ein wichtiger Bezugspunkt für die Arbeit der Ernährungsräte und eine wichtige Argumentationshilfe gegenüber der Politik („Ihr habt es beschlossen.“). Sie ist zudem Anstoß für Ernährungsstrategien in Städten mit ihrem Umland, wie in Oldenburg geschehen und in Hannover und Region in Arbeit.
  • war am 19. Februar 2025 eingeladen zur Anhörung in den Ausschuss für Ernährung und Landwirtschaft zum Antrag „Gemeinschaftsverpflegung in Kitas, Schulen, Senioreneinrichtungen und Kantinen stärken – DGE-Standards verbindlich umsetzen“, ein Antrag der Fraktion der SPD und der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen (2025). Eine entsprechende Forderung hatten wir bereits 2020 gestellt. Die „kostenfreie Kita- und Schulverpflegung“ war zumindest als Anspruch formuliert. Der Antrag wurde danach in abgeänderter Form (weniger Verpflichtung) vom Landtag verabschiedet.
  • hat an einer „Strategie gegen Ernährungsarmut im Land Niedersachsen“ mitgearbeitet und versucht, darin Impulse zu setzen. Dreizehn Handlungsfelder wurden als „Fokus Ernährungsarmut“ am 11. Dezember 2025 von der Ministerin vorgestellt. Für uns zentrale Handlungsfelder sind „Die ersten tausend Tage in den Blick nehmen“ und „beitragsfreie und qualitativ hochwertige Kita- und Schulverpflegung“, wird damit doch ein Fokus auf die Altersgruppe der Neugeborenen, der Kinder und Jugendlichen gerichtet, für deren Entwicklung und weiteren Lebensweg gesunde Ernährung besonders wichtig ist.
  • ist seit seiner Gründung 2020 gewachsen von einem Ernährungsrat (Oldenburg seit 2018 unter dem Dach von transfer – Netzwerk nachhaltige Zukunft e. V.) auf sechs Ernährungsräte, die sich als e.V. in Göttingen, Braunschweig, Hannover, Osnabrück und Cuxland/Bremerhaven gegründet haben und vor Ort eine hauptsächlich ehrenamtlich getragene Rolle spielen.
  • ist Ansprechpartner der Landtagsfraktionen in Niedersachsen geworden. Auch wenn uns hin und wieder unterstellt wird, wir „seien doch ein Ableger einer grünen Partei“ – was Ernährungsräte nun wirklich nicht sind -, so können wir glaubhaft versichern: wir sind nicht parteigebunden. Die Grundlage unserer Arbeit ist die von der Mehrheit des Landtags beschlossene Ernährungsstrategie.
  • wird seit dem 1. April 2025 – befristet für zwei Jahre – für den Aufbau einer Geschäftsstelle durch das Ministerium für Ernährung und Landwirtschaft gefördert. Ein Durchbruch nach vier Jahren und ein erster Schritt zu mehr Professionalisierung.

Kleine Erfolge, doch der Widerstand bleibt. Mut ist gefragt.

Immer wieder fragen wir uns: Warum setzen Politiker nicht das um, was sie eigentlich über „gesunde Ernährung“ wissen müssten? Oder was sie über die negativen Auswirkungen ungesunder Ernährung wissen? So z.B. die Folgen von zu viel Zucker für Übergewicht und Diabetes 2 und die hohen Folgekosten für das Gesundheitssystem, nur ein Beispiel. In einer Studie für Großbritannien (November 2024) finden sich vier Gründe, warum Politik für gesunde Ernährung in der Regel scheitert:

  1. Versuche, Einfluss auf das Ernährungsverhalten in der Gesellschaft zu nehmen, werden in der öffentlichen Diskussion wie auch in den Parlamenten vehement als „Bevormundung“ abgetan. („Ich lass mir doch nicht in meinen Kühlschrank regieren.“)
  2. Die massive, gut finanzierte Lobbyarbeit der Lebensmittel- und Agrarindustrie und die Furcht vor negativen Auswirkungen in der Wirtschaft hindern, Einsichten und Wissen in Gesetzen oder Verordnungen umzusetzen. Ehrenamtliche Arbeit hat dagegen eigentlich keine Chance.
  3. Das Thema Ernährung hat es noch nie in die Liste der Top Themen der Politik geschafft. („Es gibt wichtigeres.“)
  4. Keiner will das Thema „Ernährung“ grundlegend anpacken. Ernährung und das Ernährungssystem ist eine komplexe und weitläufige Angelegenheit, die Verantwortung für gesunde Ernährung ist über zahlreiche Ministerien verstreut, da wird jeder Gestaltungsversuch zu einem politischen Such- und Verwirrspiel. Die Briten nennen es: „Whack-the-Mole“ – Fang den Maulwurf. Und das versucht erst keiner. So bleibt das „Problem“ „Gesunde Ernährung für alle“, so auch aktuell die für unsere Wohlstandsgesellschaft erschreckende Tatsache der „Ernährungsarmut“ da hängen, wo es alle hinschieben: beim Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz.

Sich trauen. Und „hoch zielen“.
Es muss sein: für eine enkelfähige Zukunft

Politik zu ändern, andere Rahmenbedingungen für gesundes Essen insbesondere für Kinder und Jugendliche, kranke und alte Menschen zu schaffen, ist ein langwieriger Prozess. Es gilt, sich bei so viel „Widrigkeiten“ zu wappnen. Das heißt heute und in Zukunft:
wenn Ernährungsräte etwas bewirken wollen, müssen sie in Stadt und Land

  • zwingende, wissenschaftsbasierte Argumente in einfacher Sprache nutzen.
  • Allianzen mit nahestehenden Organisationen bilden, Ideen und Vorschläge für gesunde Ernährung und entsprechende Aktionen auf eine breite Basis stellen.
  • politische Entscheider als Speerspitze für gesunde Ernährung und eine Ernährungswende gewinnen, ob in der Kommune oder im Land.
    Ernährungsräte müssen
  • sich trauen und „hoch zielen“.

Vieles geschieht bereits in Städten, auf Landes- und Bundesebene mit Nachdruck, als Bewegung „von unten“. Ernährungsräte sind das „Sprachrohr“ der Zivilgesellschaft und können „Brückenbauer“ „vom Acker bis zum Teller“ für eine Ernährungswende sein. Ein langer Weg, der es wert ist zu gehen: für eine enkelfähige Zukunft.

Peter Wogenstein ist Sprecher des Vorstands des Instituts für Welternährung e.V., Gründungsmitglied des Netzwerks der Ernährungsräte Niedersachsen e.V. und Mitglied des Vorstands der Regionalbewegung Niedersachsen e.V. Er arbeitet freiberuflich als systemischer Organisationsberater, Trainer, Coach und Moderator.

Menschenmenge - Pixabay Gerd Altmann

Gesunde Ernährung für unsere Kinder und Bürgerbeteiligung: Das endgültige Aus durch CDU/CSU

Hannover, 28. November 2025
Ein Kommentar von Peter Wogenstein

Nun ist so weit. Die Bürgerbeteiligung auf Bundesebene stirbt und damit auch die Empfehlungen des Bürgerrats „Ernährung im Wandel“. War vor Einsetzung des Bürgerrats der Widerstand der CDU/CSU Fraktion schon deutlich zu spüren, so wird jetzt das Ausrufezeichen gesetzt. Die Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) löst die Stabsstelle für Bürgerbeteiligung auf. Ein Schlag ins Gesicht engagierter Bürgerinnen und Bürger.

Man fürchte – so heißt es nicht nur hinter den Kulissen – eine ´Untergrabung der Souveränität` der gewählten Bundestagsabgeordneten. Das sind von uns allen gewählte Abgeordnete, die die Anliegen der Menschen in Deutschland vertreten sollen. Nur, sie sind und können nicht Expertinnen und Experten auf allen Gebieten sein. Aber sie sollten – wenn wir schon einmal gefragt werden – ein „Ohr“ für uns alle haben: Was ist der Bevölkerung wichtig in Sachen Ernährung?

Wir erinnern uns an den Auftrag des Bundestags

Am 10. Mai 2023 beauftragt der Deutsche Bundestag einen Bürgerrat „Ernährung im Wandel“, Empfehlungen zur Ernährungspolitik zu erarbeiten. 160 ausgeloste Bürgerinnen und Bürger, ein Querschnitt unserer Bevölkerung, alle Altersgruppen und Lebenslagen, Stadt und Land, Immobilienmakler und Hausfrau, verschiedenste Perspektiven in Sachen Ernährung treffen aufeinander.

Sie setzen sich über lange Zeit mit den Fragen von gesunder Ernährung von Zucker bis Mehrwertsteuer auseinander, studieren wissenschaftliche Ergebnisse und lassen sich von Wissenschaftlern beraten. Harte engagierte Arbeit zu einem Thema, zu dem sich die wenigsten unserer Abgeordneten tiefgreifend äußern können. Im Februar 2024 legen sie ihre Empfehlungen vor: mit überwiegender Mehrheit, auf den Punkt formuliert, begründet und mit Fakten und Zahlen hinterlegt.

So zum Beispiel: gesundes, kostenfreies Mittagessen für Kinder, eine Altersgrenze für Energiedrinks, mehr Transparenz über Tierhaltung und Herkunft der Produkte oder die Erlaubnis zur Weitergabe genießbarer aber unverkaufter Lebensmittel im Einzelhandel.
Daraus wurden insgesamt neun erarbeitete Empfehlungen für die Abgeordneten des Bundestags.

Und was ist daraus geworden?

Nichts. Bis auf wenige Anhörungen. Und nun das endgültige Ende. Bürgerräte können das „Vertrauen in die Politik stärken“ und „neue Impulse geben“, so einst Wolfgang Schäuble (CDU). Aber das haben seine Partei und ihre Abgeordneten vergessen. Und die begründete, wissenschaftlich unterlegte Empfehlung „Kostenfreies Mittagessen für alle Kinder“ müssen wir „begraben“.

Und noch schlimmer: Für den Erhalt unserer Demokratie bedarf es einer politischen Kultur des Gemeinsinns, für die Bürgerinnen und Bürger eine Mitverantwortung tragen. Die Mitglieder des Bürgerrats „Ernährung im Wandel“ haben ihre Verantwortung ernst genommen. Nicht nur sie sind bitter enttäuscht.

Teilnehmende des Netzwerktreffens - November 2025 in Hannover

Wertvolle Vernetzung und frischer Wind im Vorstand


Netzwerktreffen der Ernährungsräte Niedersachsens

Pressemitteilung vom 18.11.2025

Am 15. November 2025 trafen sich Mitglieder aller Ernährungsräte zum zweiten Netzwerktreffen des Jahres im Umweltzentrum Hannover. Die Teilnehmenden reisten an aus Oldenburg, Cuxhaven, Bremerhaven, Osnabrück, Braunschweig, Göttingen und natürlich Hannover. Jeder Ernährungsrat arbeitet mit unterschiedlichen Schwerpunkten, doch allen gemein ist die Umsetzung von Projekten entlang der Niedersächsischen Ernährungsstrategie. Der Fokus des Netzwerktreffens lag auf dem Austausch zwischen den Regionen sowie der Frage, wie sich die Arbeit gegenseitig bereichern und Projekte auch gemeinsam umsetzen lassen.

Ernährungsräte im Einsatz entlang der Niedersächsischen Ernährungsstrategie
Ein zentrales Thema war die Schulverpflegung, denn die Basis einer gesunden Versorgung und guten Ernährungsbildung beginnt in der Gemeinschaftsverpflegung unserer Kinder. Dazu gibt es in Niedersachsen beispielhafte Modellprojekte, auch mit Beteilung regionaler Ernährungsräte, deren Ergebnisse auch über die Projektlaufzeiten hinaus sichergestellt werden sollten.

Lebhaft diskutiert wurde auch die Stärkung regionaler Wertschöpfungsketten. Mit welchen Aktionen lassen sich unsere Produzent*innen regionaler Lebensmittel sichtbarer machen und die Verbindung der Produzent*innen bis hin zu den Verbraucher*innen wieder intensivieren? Die Regio Challenge Niedersachsen bietet den Rahmen für Verbraucherbildung, setzt den Fokus auf eine regionale und saisonale Ernährung, fördert die Wertschätzung von Lebensmitteln und fördert nicht zuletzt die Vernetzung unterschiedlicher Akteure in der Region als auch auf Landesebene. Auch im Rahmen der Kommunalwahlen 2026 werden die Ernährungsräte des Landes diese Themen gezielt nachfragen.

Neuer Vorstand bringt viel Erfahrung und frische Impulse
Dem Netzwerktreffen folgte eine Mitgliederversammlung inklusive Neuwahl des Vorstands. Peter Wogenstein, langjähriger Sprecher des Niedersächsischen Ernährungsrats, hat sich aus dem Vorstand zurückgezogen. Mit seiner Erfahrung und seinem Engagement hat er die Arbeit für eine zukunftsfähige Ernährungswende auf Landesebene maßgeblich geprägt und die Gründung verschiedener Ernährungsräte in den Regionen und nicht zuletzt auf Landesebene wegweisend vorangebracht.

Der neue Vorstand wird besetzt durch Judith Busch (Ernährungsrat Oldenburg), Britta Steven (ErBSL – Ernährungsrat Braunschweig) und Tomasz Lachmann (Ernährungsrat Hannover sowie Geschäftsführer des Bundesnetzwerk der Ernährungsräte e.V. Weiterhin wird Gründungsmitglied Walter Dieckmann aus Lüneburg als Kassenwart den Vorstand ergänzen. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit des neuen Vorstands mit Steffi Heidenreich als Leitung der Geschäftsstelle.

Ansprechperson für Rückfragen:
Steffi Heidenreich
Leitung der Geschäftsstelle
Netzwerk der Ernährungsräte Niedersachsen e.V.
0176 56082080 / info@ernaehrungsrat-niedersachsen.de
http://ernaehrungsrat-niedersachsen.de

Teilnehmende des Netzwerktreffens - November 2025 in Hannover
Netzwerk der Ernährungsräte Niedersachsens
Grünkohl und Kichererbsen aus regionalem Anbau

Veranstaltung: Ganz Niedersachsen kocht – regional & saisonal!

Einladung an alle im Land am 29. Oktober 2025

Pressemitteilung vom 01.10.2025

Von Fisch und Krabben aus der Nordsee, Grünkohl, Harzer Roller oder Birnen-Bohnen-Speck bis hin zu allerlei Kartoffelgerichten – die niedersächsische Ernährungslandschaft ist bodenständig, auch deftig und vor allem abwechslungsreich. Dahinter stehen zahlreiche Erzeuger*innen und Produzent*innen, die mit viel Arbeit und Herzblut Lebensmittel hier bei uns in Niedersachsen produzieren. Da lohnt es, genau hinzuschauen.

Ernährungsräte vernetzen und bringen alle an einen Tisch

Mit der Veranstaltung „Ganz Niedersachsen kocht – regional & saisonal!“ lädt das Netzwerk der Ernährungsräte Niedersachsen landesweit öffentlich zu einem Kochevent der besonderen Art ein. Am 29.Oktober ab 18 Uhr gibt es ein gemeinsames Abendessen mit den Ernährungsräten aus allen Regionen Niedersachsens, Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte und allen, die zuhause mitkochen und zusammen genießen wollen.

„Neben Gästen aus Initiativen und Verbänden, die sich für die Stärkung regionaler Wertschöpfungsketten einsetzen, freuen wir uns ganz besonders auf interessierte Verbraucher*innen sowie auf Vertreter*innen aus Presse, Politik und Wissenschaft“, berichtet Steffi Heidenreich aus der Geschäftsstelle des Netzwerks Ernährungsräte Niedersachsen e.V.

Gemeinsam kochen in ganz Niedersachsen

Mit Ministerin Miriam Staudte wird vor Ort in Hannover gekocht und gemeinsam gegessen. Gleichzeitig tauschen wir uns über Themen einer regionalen Ernährung im Sinne der Niedersächsischen Ernährungsstrategie aus, der Leitfaden für die Arbeit der Ernährungsräte in allen Regionen. Zu der Veranstaltung in Hannover können sich online Teilnehmende aus ganz Niedersachsen zuschalten. Die Rezepte und Tipps für regionale Zutaten werden im Vorfeld der Veranstaltung zur Verfügung gestellt, so dass landesweit ein gemeinsames Abendessen möglich ist.

Unser Ziel: Regionale Produkte und die Menschen dahinter sichtbar machen

Das Event „Ganz Niedersachsen kocht – regional & saisonal“ ist der offizielle Abschluss der Regio Challenge Niedersachsen 2025. Im September haben von Oldenburg über Verden, Visselhövede, Osnabrück, Hannover bis Göttingen Ernährungsräte und -initiativen dazu aufgerufen, sich für eine kurze Zeit ausschließlich regional zu ernähren. Begleitet wurde die Aktion den gesamten September über mit Hoffesten, Märkten, Workshops und weiteren inspirierenden Angeboten rund um die Produkte aus der Region. „Viele von uns wissen gar nicht, welche Lebensmittel in ihrer Region produziert werden“, so Steffi Heidenreich. „Diese Produkte und vor allem auch die Menschen dahinter sichtbar zu machen, ist ein wichtiges Ziel der Regio Challenge.“

Unterstützt wird die Regio Challenge in Niedersachsen mit fachlicher Expertise wie Rezepten, Saisonkalender und Tipps zur Wertschätzung von Lebensmitteln vom Zentrum für Ernährung und Hauswirtschaft Niedersachsen – ZEHN. Ebenfalls dabei ist die Regionalbewegung Niedersachsen, die mit dem „Tag der Regionen“ insbesondere die Veranstaltungsreihe unterstützt.

Mit Transparenz und Verbindung regionale Wertschöpfungsketten stärken

Die Vernetzung aller regionalen Akteure der Ernährungslandschaft – von der Erzeugung über die Verarbeitung und den Handel bis hin zum Verbraucher mit Institutionen aus Wissenschaft und kommunalpolitischen Einrichtungen – ist eine zentrale Aufgabe der Ernährungsräte. „Mit der Regio Challenge und dem Kochevent „Ganz Niedersachsen kocht – regional & saisonal“ möchten wir die Vernetzung aller Akteure ‚Vom Acker bis zum Teller‘ stärken“, so Heidenreich. „Mit dem Kauf regionaler Produkte erhalten wir nicht nur besonders hochwertige Lebensmittel, sondern können auch Produktion, Verarbeitung, Transport und Arbeitsbedingungen transparent nachvollziehen.“ So kann jeder einzelne mit seinem Kaufverhalten einen wertvollen Beitrag leisten, um Lebensmittel produzierende Betriebe in der eigenen Region zu stärken.

Ansprechperson für Rückfragen und Anmeldung zum Mitkochen und Genießen:
Steffi Heidenreich
Leitung der Geschäftsstelle
Netzwerk der Ernährungsräte Niedersachsen e.V.
0176 56082080 / info@ernaehrungsrat-niedersachsen.de
http://ernaehrungsrat-niedersachsen.de

Regional und saisonal genießen

Regio Challenge: Regional essen & genießen!

Der Ernährungsrat Niedersachsen lädt ein zur Entdeckungsreise durch Deine Region mit der Regio Challenge

Pressemitteilung vom 11.9.2025

Iss, was um die Ecke wächst – 7 Tage nur Lebensmittel aus der Region! So lautet das Motto der Regio Challenge, die in diesem Jahr vom Netzwerk der Ernährungsräte Niedersachsen initiiert wird. Erlaubt ist alles, was in der Entfernung einer Radtour entstanden ist. Zwei Joker pro Tag sind erlaubt, zum Beispiel für den Becher Kaffee am Morgen oder Pfeffer & Gewürze.

„Viele von uns wissen gar nicht, welche Lebensmittel in Ihrer Region produziert werden“, so Stefanie Heidenreich vom Netzwerk der Ernährungsräte Niedersachsen. „Diese Produkte und vor allem auch die Menschen dahinter sichtbar zu machen, ist unsere Motivation der Regio Challenge. Wir möchten möglichst viele Menschen dafür begeistern, was unsere Region alles zu bieten hat!“

Niedersächsische Regionen präsentieren ihre kulinarische Vielfalt

Umgesetzt wird die Regio Challenge in verschiedenen Regionen Niedersachsens durch Ernährungsräte und Initiativen vor Ort. Mit dabei sind Hannover, Oldenburg, Verden, Visselhövede, Osnabrück und Göttingen. Die konkrete Ausgestaltung der Challenge variiert je nach Region. Die Teilnehmenden erhalten wertvolle Infos zu Einkaufsmöglichkeiten, besonderen Produkten und Erzeuger*innen der Region. Unterstützt wird die Regio Challenge in Niedersachsen mit fachlicher Expertise wie Rezepten, Saisonkalender und Tipps zur Wertschätzung von Lebensmitteln vom Zentrum für Ernährung und Hauswirtschaft Niedersachsen – ZEHN.

Einladung: Gemeinsam essen erleben und Zukunft gestalten

Begleitend dazu wird in allen Regionen ein buntes Veranstaltungsprogramm mit Märkten, Hoffesten und auch Workshops angeboten. Die Regio Challenge bietet gute Gelegenheiten, sich mit den Landwirt*innen vor Ort auszutauschen und kulinarische Vielfalt heimischer Produkte zu entdecken.

Einen besonderen Abschluss findet die Regio Challenge mit der Veranstaltung „Niedersachsen kocht – regional & saisonal“ am 29. Oktober in der VHS Hannover, gemeinsam mit Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte. Gemeinsam werden regionale Gerichte zubereitet und serviert, angereichert mit einem wertvollen Austausch zur Umsetzung der Niedersächsischen Ernährungsstrategie.

Mit Transparenz und Verbindung regionale Wertschöpfungsketten stärken

Die Vernetzung aller regionalen Akteure der Ernährungslandschaft – von der Erzeugung über die Verarbeitung und den Handel bis hin zum Verbraucher sowie gleichzeitig Institutionen aus Wissenschaft als auch kommunalpolitischen Einrichtungen – ist eine zentrale Aufgabe der Ernährungsräte. „Mit der Regio Challenge möchten wir die Vernetzung ‚Vom Acker bis zum Teller‘ innerhalb der Regionen stärken“, so Heidenreich. „Mit dem Kauf regionaler Produkte erhalten wir nicht nur besonders hochwertige Lebensmittel, sondern können auch Produktion, Verarbeitung, Transport und Arbeitsbedingungen transparent nachvollziehen.“ So kann das eigene Kaufverhalten einen wertvollen Beitrag leisten für ein zukunftsfähiges und nachhaltiges Ernährungssystem.

Alle Infos rund um die Regio Challenge sowie eine Übersicht der teilnehmenden Regionen sind auf der Seite www.ernaehrungsrat-niedersachsen.de zu finden.

Unterstützt wird die Regio Challenge Niedersachsen vom Zentrum für Ernährung und Hauswirtschaft – ZEHN, der Regionalbewegung Niedersachsen, dem Verband der Norddeutschen Direktvermarkter, dem Verband Ökokiste sowie dem Netzwerk Solidarische Landwirtschaft e.V.

Ansprechperson für Rückfragen:
Steffi Heidenreich
Leitung der Geschäftsstelle
Netzwerk der Ernährungsräte Niedersachsen e.V.
0176 56082080 / info@ernaehrungsrat-niedersachsen.de
http://ernaehrungsrat-niedersachsen.de

REGIOtalk zum Niedersächsischen Weg

Sicherheit in Krisen braucht regionale Nahversorgung – und die muss ausgebaut werden!

Impulse des Bundestreffen der Regionalbewegung in Schneverdingen

„Der Regionalgedanke ist die Sicherheitsarchitektur der Globalisierung – Nahversorgungsregionen sind die Elemente dieser Sicherheitsarchitektur“ – unter diesem Leitsatz des Bundestreffens der Regionalbewegung wurden wertvolle Einblicke in die Praxis möglich, so Exkursionen z.B. zum Bio-Großhändler Naturkost Nord und zur Höpen Schäferei, um die Wertschöpfungskette rund um Wolle & Schaf näher zu beleuchten. Ein REGIOpitch und Wissensmarkt gaben Einblicke in innovative Projekte von der „digitalen Küchenkraft“, „samenfestes Gemüse“ regionaler Kichererbsen Anbau bis zum 24/7 Tante Emma Laden in kleineren Orten. Der immer teurer werdende Zugang zu Land wie die Herausforderung einer gesunden Ernährung in der Gemeinschaftsverpflegung wurden ebenfalls intensiv diskutiert.

Der „Niedersächsische Weg“ im Fokus (REGIOtalk)

Im REGIOtalk wurde der Niedersächsische Weg mit Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte und Vertreter*innen des Niedersächsischen Landvolks, des Verbands der Norddeutschen Direktvermarkter, des NABU Niedersachsen sowie des Kompetenznetzwerks Ökolandbau Niedersachsen näher beleuchtet, moderiert von Holger Belz, Regionalbewegung Niedersachsen, und Peter Wogenstein, Ernährungsrat Niedersachsen.

Schnell einig war sich die Runde über die Bedeutung des Niedersächsischen Wegs. „Es ist der Raum für Austausch, Verständnis der verschiedenen Positionen und die Suche nach Gemeinsamkeiten“, so Ministerin Staudte, auch mit Hinweis auf bereits angestoßene Regelungen und umgesetzte Projekte zum Schutz von Wäldern und Gewässern. Deutlich wurde auch: der Niedersächsische Weg ist der Beginn eines Prozesses, der konsequent und transparent weitergeführt werden muss, auch um viele „bürokratische“ Hürden zu beseitigen.

Was regionale Strukturen wirklich brauchen (Fish Bowl-Diskussion)

Der Erhalt regionaler Strukturen wurde mit Vertreter*innen aus Politik, Handel und Verbänden in Form einer Fish Bowl lebendig vertieft. Alle Teilnehmenden wurden aktiv an der Diskussion beteiligt. Deutlich wurde u.a., dass die wahren Preise der meisten, nicht nachhaltig produzierter Produkte für Verbraucher nicht abgebildet werden. Hier sind insbesondere Handel und Politik gefragt, um verbindliche Rahmenbedingungen für nachhaltige Strukturen zu schaffen und regionale Wertschöpfungsketten zu stärken.

Hindernisse für Projekte

Immer wieder wurden besonders die hohe Kompetenz und die breite Expertise der oft ehrenamtlich Tätigen in Projekten hervorgehoben. „Viele dieser Menschen leiden an ‚Projektitis‘,“, so Hilke Feddersen, Naturpark Lüneburger Heide. Es fehle an Planbarkeit durch begrenzte Projektlaufzeiten, hinzu komme überbordende Antrags- und Dokumentationspflicht.

Umweltmister Christian Meyer brachte es am Beispiel der Wolfgefahr für Schäfer mit ihren Herden auf den Punkt: „Die Problemlösung muss in der Hand dessen bleiben, der Experte für die Lösung ist.“ Politik und Verwaltung müssen einfach und unbürokratisch helfen.

Handlungsempfehlungen

Wenn Politik die Stärkung und der Erhalt regionaler Versorgungsstrukturen wichtig ist, muss sie mit daran arbeiten, dass

  • regionaler Wertschöpfungszentren aufgebaut werden,
  • bestehende regionale Verarbeitungsbetriebe erhalten bleiben und damit
  • die notwendigen Rahmenbedingungen hin zu einer nachhaltigen und regionalen Grundversorgung geschaffen werden,
  • eine ressortübergreifende Zusammenarbeit zwischen Agrar-, Umwelt-, Bildungs-, Wirtschafts- und Sozialministerium ermöglicht wird, denn Ernährung, Ernährungssicherheit und Nachhaltigkeit sind Querschnittsthemen,
  • die Beantragung und Abwicklung von Fördermitteln einfach gestaltet werden.

Ein starkes Signal für regionale Resilienz

Das Bundestreffen war geprägt von Offenheit und gegenseitigem Interesse. Die breite Vernetzung und die vielfältigen inhaltlichen Impulse zeigen: Regionale Strukturen sind kein Nischenthema, sondern ein zentraler Bestandteil zukunftsfähiger Versorgung und gesellschaftlicher Resilienz. „Wir in der Stadt brauchen die Regionen in der Zukunft umso mehr: sie sichern unsere Grundversorgung und haben dies in der Coronazeit bereits bewiesen“, so Peter Wogenstein, Sprecher des Ernährungsrats Niedersachsen. „Um resilient zu werden, brauchen wir Städter mehr landwirtschaftliche Produkte vor unserer „Haustür“, in der Region.“ Was möglich ist, zeigen Studien zur regionalen Versorgung in Leipzig, Hamburg und München.

Foto: REGIOtalk „Niedersächsischer Weg“ mit Holger Belz (Landesverband Regionalbewegung Niedersachsen – Moderation), Miriam Staudte (Niedersächsische Ministerin für Ernährung, Landwirtschaft), Carolin Grieshop (Kompetenznetzwerk Ökolandbau Niedersachsen), Eberhard Prunzel-Ulrich (Vereinigung Norddeutscher Direktvermarkter), Dr. Holger Buschmann (NABU Niedersachsen), Hubertus Berges (Landvolk Niedersachsen Landesbauernverband), Peter Wogenstein (Sprecher des Ernährungsrats Niedersachsen – Moderation) von links nach rechts
Quelle: S. Heidenreich, Ernährungsrat Niedersachsen

Eröffnungsfeier Biomobil Göttingen

Gelungene Vernetzung im Öko-Landbau: Bio-Landwirt, Kreisrätin, Bioland und Ministerium ziehen an einem Strang!

Am 23.05. wurde in Göttingen das Bio Mobil – ein vielseitiger Informationsstand zum ökologischen Landbau und seinen Produkten – feierlich mit einer Podiumsdiskussion eröffnet. Das herausfordernde Thema: „Woran fehlt es uns, um Bioerzeugnisse als Lösung für eine nachhaltige Lebensweise zu verstehen?“

Die Podiumsteilnehmenden, darunter Johann Niedermeier (Referent für Ökolandbau, Niedersächsisches Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz) waren sich schnell einig, welchen erheblichen Beitrag ökologischer Landbau für den Klimaschutz, den Erhalt fruchtbarer Böden und das Grundwasser ist. Johann Niedermeier konnte dabei auch auf Fördermöglichkeiten des Landes Niedersachsen verweisen.

„Lebensmittel sind ein „Vertrauensgut“, so Peter Wogenstein, Sprecher des Ernährungsrats Niedersachsen, der die Runde moderierte. „Deshalb ist eine deutliche Kennzeichnung und Kontrolle von Bio für Verbraucherinnen so wichtig“, darauf wies Kerstin Hintz (Landesgeschäftsführerin Bioland e.V. LV Niedersachsen/Bremen) hin.

„Für mich ist ökologischer Landbau Leidenschaft“, so Jörge Penk (Biolandbetrieb Penk), „mein Beitrag für gesunde Produkte, ob Hühner, Gemüse oder Kartoffeln, und für eine gesunde Umwelt.“ Sein „Geheimnis“: Viel Direktvermarktung zu fairen Preisen.

Und Doreen Fragel (Erste Kreisrätin des Landkreises Göttingen) unterstützt ihn dabei: „Es braucht beide Hände – die Hände, die den Boden bearbeiten und die, die versuchen, Strukturen zu schaffen. Es ist wunderbar, dass wir in Göttingen eine große Vielzahl an Möglichkeiten haben, regionale Bio-Produkte in der Direktvermarktung zu erhalten. Wir brauchen eine Wertschätzung gegenüber den Händen, die unsere Lebensmittel anbauen.“

Dies ist auch ein Appell an uns alle als Verbraucher. „Tun wir alles Mögliche, dass wir gesunde Produkte auf unseren Tellern haben. Wir selbst sind für eine nachhaltige Lebensweise verantwortlich“, so Peter Wogenstein in seinem Schlusswort. „Deshalb hat sich das zivilgesellschaftliche Netzwerk der Ernährungsräte dem gesunden Essen besonders für Kinder, Jugendliche, ältere Menschen und Kranke verschrieben.“

Das Bio-Mobil bietet bis zum 10. Juni 2025 zahlreiche Veranstaltungen rund um Bio-Lebensmittel, Ökologische Landwirtschaft in der Region, Klimaschutz mit Akteuren aus dem Göttinger Umland, verbunden mit Bio-Kochshows, die bereits zahlreiche Feinschmeckerinnen und Interessierte anzog. Die Göttinger TV-Köchin Jaqueline Amirfallah (Restaurant apex) begeisterte das Publikum mit spannenden Kochshows, leckeren Kostproben, wertvolle Tipps zum Einkauf regionaler Bio-Lebensmittel.

„Man merkt bei den Lebensmitteln, dass sie mit echter Liebe angebaut worden sind. Für mich ist es ein ganz anderes Gefühl, die Menschen und die Betriebe hinter den Produkten zu kennen. Ein frisches Grundprodukt ist Voraussetzung für leckere Gerichte und dafür bieten sich regionale Bio-Produkte einfach an.“ so Amirfallah. Ergänzt wurde das Programm vom Biolandbetrieb Naturhof Stieg, der nun auch eigenes Rapsöl präsentiert und der BUND Kreisgruppe Göttingen.

Ebenfalls im Programm: ein Ausflug zur Solawi Hevensen mit ihren Rädern. Eingeladen hatte der Ernährungsrad Göttingen & Südniedersachsen, die Öko-Modellregion Landkreis Göttingen und der ADFC. Vermittelt wurden praktische Einblicke in die tägliche Praxis des Ökologischen Landbaus und das Konzept der Solidarischen Landwirtschaft: Gemüseanbau regional, saisonal und solidarisch.

Teilnehmende der Podiumsdiskussion am 23.05. v.l. . Moderator: Peter Wogenstein, Doreen Fragel, Johann Niedermeier, Jörge Penk, Kerstin Hintz,
Foto: Öko-Modellregion Landkreis Göttingen

Ansprechpartner für Rückfragen:
Peter Wogenstein, Sprecher des Ernährungsrats Niedersachsens
„Netzwerk Ernährungsräte Niedersachsen e.V.“
Tel. 0172 204 9188 / E-Mail: peter.wogenstein[at]t-online.de

Zum Projekt „Grenzenlos Regional – Bio in Europa“ 
Das Projekt „Grenzenlos Regional – Bio in Europa“ ist ein gemeinsames EU-gefördertes Projekt des Bioland e.V. in Deutschland und der Genossenschaft Bioland Südtirol landw. Ges. in Italien. Ziele sind die Steigerung der Bekanntheit von und die Stärkung des Vertrauens in „Bio“. Die Kampagne möchte die Menschen in ihrem Alltag abholen und die Vorteile eines ökologischen Lebensstiles für Mensch, Umwelt, Tier und Klima vermitteln. 

Bioland e.V.
Kaiserstraße 18
55116 Mainz
www.bioland.de
Presse LV NDS/HB
Dr. Ilka Engell
ilka.engell@bioland.de
www.bioland.de/niedersachsen/bremen
Grenzenlos Regional – Bio in Europa
regionalbio.eu
euprojekt@bioland.de



Gesunde Ernährung: Kinder bleiben im Regen stehen

Gesunde Ernährung für unsere Kinder spielt im Koalitionsvertrag keine Rolle – Ein Kommentar von Peter Wogenstein

Gesunde Ernährung ist im vorliegenden Koalitionsvertrag kein Thema. Hatte die CDU / CSU sich schon vor der Bundestagswahl gegen Maßnahmen für eine gesündere Ernährungsumgebung ausgesprochen, so ist vom Engagement der SPD für die Empfehlungen des Bürgerrats „Ernährung im Wandel“ wenig zu spüren. Wir erinnern uns: die Abgeordneten des Bundestages hatten 2023 den Bürgerrat einberufen und beauftragt, Empfehlungen für die Abgeordneten zu erarbeiten. Diese Empfehlungen liegen sehr ausführlich begründet seit Februar 2024 vor. Nichts davon findet sich im Koalitionsvertrag. Schlimmer noch: Dem Prozess der Bürgerbeteiligung wird eine Absage erteilt, Engagement aus der Zivilgesellschaft erhält eine Abfuhr.

Im Koalitionsvertrag findet sich nichts von dem, was nachweislich unseren Kindern hilft:

  • kein beitragsfreies, gesundes Mittagessen für alle Kinder in Kitas und Schulen
  • keine Werbebeschränkung von ungesunden Produkten für Kinder
  • keine Steuer auf Zucker und zuckerhaltige Getränke
  • keine verpflichtende, für die Verbrauer:innen leicht zu verstehende Kennzeichnung auf hoch verarbeiteten Produkten der Lebensmittelindustrie

Die Gesundheit der Kinder und Jugendlichen findet in der neuen Regierung keinen Anwalt.

Damit werden auch vorliegende Studien der Wissenschaft weiter ignoriert. So u.a. das Gutachten des Wissenschaftlichen Beirats des Bundeslandwirtschaftsministerium aus dem Jahr 2020 und die vielen wissenschaftlichen Studien zu den Auswirkungen ungesunder Ernährung. Dass die gesundheitlichen Folgen ungesunder Ernährung auf ca. 60 Mrd. pro Jahr geschätzt werden – so Gesundheitsverbände -, scheint in der neuen Koalition immer noch nicht angekommen zu sein.

„Wir fördern verstärkt Bewegung und gesunde Ernährung, insbesondere von Kindern und Jugendlichen“, lesen wir im Koalitionsvertrag, aber nichts Konkretes. Eigentlich bleibt es wie bisher: die Verantwortung für Ernährung wird den Konsument:innen, Jung und Alt zugeschoben. Statt an Produkten und Werbung etwas zu verändern, notwenige Rahmenbedingungen für eine gesunde Ernährung zu setzen, trifft jegliche „Schuld“, jegliche Auswirkung ungesunder Ernährung die „mündigen“ Konsument:innen.

Warum ist das so?

Der Widerstand gegenüber einer Veränderung in unserem Ernährungssystem ist groß. Wir wissen das eigentlich. Aber es ist notwendig, sich die Hintergründe nochmals bewusst zu machen.

In einer aktuellen Studie aus Großbritannien wurden alle ehemaligen politischen Entscheider, Prime Minister und Minister persönlich befragt, warum sie trotz ihres Wissens über die negativen Auswirkungen ungesunder Ernährung nichts oder nur wenig aktiv getan haben. Dabei legten sie die in ihren Augen vier wichtigsten Gründe offen, warum Politik für gesunde Ernährung scheitert:

1. Versuche der politischen Entscheider, Einfluss auf das Ernährungsverhalten in der Gesellschaft zu nehmen, werden in der öffentlichen Diskussion vehement als „Bevormundung“ abgetan. Man empört sich über den Eingriff in die „persönliche Entscheidungsfreiheit“.

2. Die Entscheider sind sich der negativen Auswirkungen hochverarbeiteter Lebensmittel bewusst. Zucker macht süchtig. „Wollen wir uns zu Tode essen?“, fragt jüngst selbst die eher konservative FAZ am Sonntag. Aber die massive Lobbyarbeit der Lebensmittelindustrie und die Furcht vor negativen Auswirkungen in der Wirtschaft hindert Entscheider daran, Einsichten und Wissen in Gesetzen und Verordnungen umzusetzen.

3. Das Thema Ernährung und Einsicht in den Zusammenhang von hochverarbeiteten Lebensmitteln und Erkrankungen hat es noch nie in die Liste der Top Themen der Politik geschafft.

4. Da Ernährung und das Ernährungssystem eine komplexe, vielschichtige und weitläufige Angelegenheit ist, wird jeder Gestaltungsversuch zu einem politischen Such- und Verwirrspiel (die Briten nennen es: „Whack-the-Mole“- Triff den Maulwurf). Die Verantwortung für gesunde Ernährung ist über zahlreiche Ministerien verstreut. Eine übergreifende Zusammenarbeit gelingt nicht oder nur schwer.

Verwundert sind wir also nicht über den Inhalt des Koalitionsvertrags zur Frage, wie konkret besonders Kinder und Jugendliche gesund ernährt werden können, auch nichts zum Abbau von Ernährungsarmut. Aber alle, die wissenschaftliche Erkenntnisse und Empfehlungen des Bürgerrats ernst nehmen, sind verärgert.

Fazit: Die Lebensmittelindustrie hat weiterhin ihren Fuß in der Tür. Und das verheißt nichts Gutes. Protest ist dringend notwendig. Diese Koalition wird von allein keine Wende unseres Ernährungssystems bringen.

Dr. Wilfried Bommert

Das Netzwerk der Ernährungsräte Niedersachsens e.V. trauert um Dr. Wilfried Bommert, Vorstandssprecher und Begründer des Instituts für Welternährung e.V. / World Food Institute

Am 9. April ist Dr. Wilfried Bommert nach schwerer Krankheit im Alter von 74 Jahren verstorben. Mit ihm verliert die Ernährungswende einen ihrer engagiertesten Vordenker, einen beharrlichen Streiter für eine gerechte, nachhaltige und zukunftsfähige Agrar- und Ernährungspolitik.

Als Agrarwissenschaftler, Journalist, Autor und Mitbegründer des Instituts für Welternährung e.V. prägte Wilfried Bommert über Jahrzehnte hinweg die öffentliche Debatte zu Fragen unserer Lebensmittelproduktion und -kultur. Bereits früh erkannte er die fatalen Folgen einer industriellen Landwirtschaft und setzte sich mit Nachdruck für eine ökologische, faire und demokratisch gestaltete Ernährungszukunft ein.

Mit seinem Engagement hat er der Ernährungswende eine starke Stimme verliehen – sei es als langjähriger Redakteur beim WDR, als Autor einflussreicher Bücher, als Sprecher des Instituts für Welternährung e.V. oder als Mitinitiator zahlreicher Ernährungsräte in deutschen Kommunen. Stets war sein Ziel: den Wandel und politischen Druck von unten stärken.

Wilfried Bommert verstand Ernährung als politisches und kulturelles Thema – als Ausdruck von Verantwortung, Gerechtigkeit und Verbindung. Seine Arbeit war getragen von dem tiefen Wunsch, den Zugang zu gesunden Lebensmitteln für alle Menschen zu sichern und die natürlichen Lebensgrundlagen zu bewahren.

Mit Veröffentlichungen wie „Landwirtschaft am Scheideweg“, „Stille Killer“ oder „Verbrannte Mandeln“ schärfte er den Blick für die Zusammenhänge zwischen Ernährung, Klima, Gesundheit und sozialer Gerechtigkeit. Dabei scheute er nie die klare Position oder den unbequemen Diskurs.

Das Netzwerk der Ernährungsräte Niedersachsens e.V. schätzte ihn nicht nur als klugen Kopf und Mitstreiter, sondern auch als Lehrenden, Redner, Ratgeber und Motivator.

Wilfried Bommert hat mit seinem Institut die Bewegung zur Bildung kommunaler und regionaler Ernährungsräte mitinitiiert und eine Handreichung zu ihrer Gründung und zu ihrer Tätigkeit „Ernährungswende jetzt. Ein Beratungsmodul für Ernährungsräte“ erarbeitet und publiziert. Wilfried Bommert war selbst an der Gründung und Entwicklung zahlreicher Ernährungsräte in Deutschland beteiligt.

Wilfried Bommert hat mit dem Institut für Welternährung die finanzielle und organisatorische Unterstützung unseres Vereins „Netzwerk der Ernährungsräte Niedersachsens e.V.“ seit seiner Gründung ermöglicht. Mit Wilfried Bommert haben wir zahlreiche Veranstaltungen durchgeführt, so die Diskussion mit Landtagsabgeordneten und Termine mit der Niedersächsischen Landwirtschaftsministerin. Trotz schwerer Krankheit hat er im November 2024 in Hannover die Kraft aufgebracht, seine Sicht auf die notwendige lokale und globale Agrar- und Ernährungswende in aller Tiefe darzulegen. In der Veranstaltung „60 Jahre Malawi. Überleben in Zeiten der Klimakrise – Was lernen wir und was können wir gemeinsam tun“ hat Wilfried Bommert allen Anwesenden die Bedeutung seines Themas: „Was wir tun, wirkt sich weltweit aus. Wir tragen Verantwortung für unser Handeln.“ deutlich vor Augen geführt.

Sein intellektueller Scharfsinn, sein unermüdlicher Einsatz und seine zutiefst menschliche Haltung – all das wird fehlen. Die von ihm angestoßenen Ideen und Projekte wirken weiter.

Der Vorstand des Netzwerks der Ernährungsräte Niedersachsens e.V. trauert um einen Weggefährten, Freund und Visionär.

Unsere Gedanken sind bei seiner Familie und allen, die ihm nahestanden.
Wir werden sein Vermächtnis in seinem Sinne weitertragen – laut, klar und unbeirrbar – für eine enkelfähige Zukunft.

Peter Wogenstein

Sprecher des Vorstands
Netzwerk der Ernährungsräte Niedersachsen e.V.
Am Listholze 7
30177 Hannover

Netzwerktreffen der Niedersächsischen Ernährungsräte im März 2025

Starker Impuls für die Ernährungsräte im Land Niedersachsen

Geschäftsstelle des Netzwerks der Ernährungsräte Niedersachsen e.V. startet zum 1. April 2025

Hannover. In Niedersachsen sind viele Ernährungsräte und -rätinnen rein ehrenamtlich unterwegs, um eine „gesunde Ernährung“ in der breiten Öffentlichkeit voranzubringen.  Seit heute 1. April 2025 hat das Netzwerk der Ernährungsräte Niedersachsen e.V. eine Geschäftsstelle, gefördert mit insgesamt 120.000 Euro über zwei Jahre durch das Niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Ziel ist es, eine effektive professionelle Struktur für Ernährungsräte auf Landesebene zu schaffen und damit eine gesunde Ernährung zu fördern. Leiterin der Geschäftsstelle ist Stefanie Heidenreich, die viel Erfahrung aus ihrer beruflichen Tätigkeit im Bereich ökologischen Landbau und Nachhaltigkeitskommunikation sowie aus ihrer ehrenamtlichen Arbeit für den Ernährungsrat Göttingen mitbringt.

„Mit einer regionalen und saisonalen Ernährung kann jede und jeder Einzelne etwas für die eigene Gesundheit, die Gesellschaft und den Planeten insgesamt bewegen. Die Ernährungsrätinnen und -räte sind Lotsen auf diesem Weg. Ich wünsche der Leiterin Stefanie Heidenreich viel Erfolg dabei, durch die neue Geschäftsstelle die wichtige Arbeit der Ernährungsrätinnen und -räte in Niedersachsen besser zu strukturieren und voranzubringen,“ so Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte. „Mein Dank gilt insbesondere auch den vielen Ehrenamtlichen, die sich für eine gesunde Ernährung einsetzen.“

Der Ernährungsrat Niedersachsen wurde im Dezember 2022 gegründet, die Ernährungsräte und -rätinnen arbeiten ausschließlich ehrenamtlich. Dabei beraten sie Kitas und Schulen und organisieren Kochkurse, pflanzen mit Anwohnerinnen und Anwohnern Gemüse in Stadtteilgärten oder verarbeiten Lebensmittelreste in öffentlichen „Schnibbbel-Aktionen“ zu gesunden und dabei schmackhaften Gerichten. Ernährungsrätinnen und -räte laden ein zu Veranstaltungen über unsere Lebensgrundlagen, den Boden, das Grundwasser und die Artenvielfalt, um so die Zusammenhänge rund um unsere Ernährung zu verdeutlichen. Sie organisieren Hofbesuche in der Region oder bringen ihr Fachwissen und ihre Erfahrungen in die Erarbeitung von Ernährungsstrategien für Städte und Regionen ein.  Als zivilgesellschaftliches Netzwerk bauen sie Brücken zwischen Erzeugern, Verarbeitern, Handel, Caterern, Kantinen und Verbrauchern.

Die Ziele in den kommenden zwei Jahren sind herausfordernd, so u.a.

  • Ausbau der Arbeit der Ernährungsräte im Land Niedersachsen
  • Mehr Sichtbarkeit für gesunde nachhaltige Ernährung im Kontakt mit den Bürgerrinnen und Bürgern, Politik und Verwaltung im Lande und vor Ort.
  • Vernetzung mit zentralen Akteuren auf Landesebene entlang der Wertschöpfungskette „vom Acker bis zum Teller“.
  • Etablierung des Netzwerks als zivilgesellschaftlicher Partner des Landes Niedersachsen sowie der niedersächsischen Kommunen.
  • Intensivere Zusammenarbeit mit befreundeten Organisationen wie dem Zentrum für Ernährung und Hauswirtschat Niedersachsen (ZEHN) und den Beratungsstellen, um gemeinsam das Thema „Gesunde Ernährung“ in Praxis und Theorie in Niedersachsen weiter voranzubringen.

„Ich danke Miriam Staudte sehr herzlich für diese Unterstützung,“ so Peter Wogenstein, Sprecher des Ernährungsrat Niedersachsen. „Nach über 3 Jahren rein ehrenamtlicher Arbeit auf Landesebene gibt uns die Geschäftsstelle Auftrieb, kann das Budget Personal- und Sachkosten abdecken und insbesondere zahlreiche Veranstaltungen und Aktionen in Niedersachsen ermöglichen.“

Der Ernährungsrat Niedersachsen will auch weiterhin ein fester, kompetenter Gesprächspartner für Politik und Verwaltung auf Landesebene sein, so wie bereits in der Landtagsanhörung zur „Gemeinschaftsverpflegung“ und für eine beitragsfreie Kita- und Schulverpflegung.

Eine starke Stimme für gesunde Ernährung, wenn möglich Bio, regional und saisonal und stärker pflanzenbasiert, werden die Ernährungsräte in Niedersachsen auf jeden Fall sein. Gemeinsam wollen sie im unserem Flächenland gute praktische Beispiele für eine gesunde Ernährung in Praxis und Theorie liefern – mit Herz und Engagement.

Ansprechpartner für Rückfragen:
Peter Wogenstein, Sprecher des Ernährungsrats Niedersachsens
„Netzwerk Ernährungsräte Niedersachsen e.V.“
Tel. 0172 204 9188
E-Mail: peter.wogenstein(at)t-online.de

Ernährungsräte vernetzen Akteure der Ernährungslandschaft aus der Region und stoßen eine Ernährungswende vor Ort an.

Spenden willkommen unter IBAN: DE95 4306 0967 1096 8592 00