Pressemitteilung: Hannover, 3. November 2025
Ganz Niedersachsen kocht und gegessen wird gemeinsam! Ernährungsräte bringen alle an einen Tisch.
Niedersachsen is(s)t abwechslungsreich und ebenso so groß ist die Vielfalt an Lebensmitteln, die in unserer Region produziert werden. Diese Vielfalt sichtbarer zu machen und dazu möglichst viele Menschen mit ihren unterschiedlichen Perspektiven an einen Tisch zu bringen, war das Ziel der Online-Veranstaltung „Ganz Niedersachsen kocht – regional & saisonal“.
Knapp 20 Gruppen mit insgesamt rund 50 Teilnehmer*innen aus ganz Niedersachsen folgten am Mittwoch, 29. Oktober der Einladung des Netzwerks der Ernährungsräte Niedersachsen zu diesem gemeinsamen Abendessen. Gekocht wurde von Oldenburg und Cuxhaven bis ins südliche Göttingen, von Braunschweig bis Osnabrück. Und gegessen haben alle gemeinsam! Besonderer Gast vor Ort in Hannover: unsere Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte.
Ernährungsräte vernetzen und sind nah an der Praxis
Die Ministerin brachte der Arbeit der Ernährungsräte große Wertschätzung entgegen: „Gäbe es keine Ernährungsräte, so müsste man sie erfinden. Die Vielfalt der regionalen Produkte, die bei ‚Ganz Niedersachsen kocht‘ verarbeitet worden sind, spiegelt die große Bandbreite wider, die in unseren landwirtschaftlichen Betrieben mit viel Hingabe und Fachwissen erzeugt wird. Wer regional und saisonal einkauft, stärkt nicht nur die Wirtschaft vor Ort, sondern leistet einen entscheidenden Beitrag zur Nachhaltigkeit und kürzeren Wegen. Niedersachsen als Agrarland Nummer 1 zeigt eindrucksvoll, wie wichtig regionale Vernetzung ist. Die Ernährungsräte sind dabei wertvolle Partner, die uns dabei unterstützen, diese Verantwortung weiter zu fördern und gemeinsam an einer zukunftsfähigen Ernährungsstrategie zu arbeiten.“
Eine große Besonderheit ist die Verankerung in der Bevölkerung, womit ein starker Praxisbezug einher geht. Gleichzeitig vernetzen Ernährungsräte unterschiedliche Akteure und schaffen es, verschiedene Perspektiven an einen Tisch zu bekommen. Das macht die Umsetzung ihrer Projekte rund um die Ziele der Niedersächsischen Ernährungsstrategie besonders wirkungsvoll. Dies wurde auch am Projekt der Regio Challenge Niedersachsen deutlich, die eine Vernetzung regionaler Akteure ermöglicht, wertvolle Bildungsarbeit leistet und nicht zuletzt die Wertschöpfungsketten regionaler Lebensmittel sichtbar macht.
Die Arbeit der Ernährungsräte ist vielseitig, ebenso wie die Menschen, die sich größtenteils ehrenamtlich für diese Projekte engagieren. Hervorzuheben sind dabei die Projekte zur Ernährungsbildung von „MOIN! Der Ernährungsrat für Bremerhaven, das Cuxland und Umzu“, die nahezu rein ehrenamtlich umgesetzt werden. Diese richten sich an Schüler*innen, aber auch Mitarbeitende an Schulen, Eltern oder auch Privatpersonen. Dabei ist eine hohe zeitliche Flexibilität erforderlich, um in der Freizeit Projekte an Schulen anbieten zu können.
Hinzu kommt die Akquise von Fördermitteln, um solche Projekte überhaupt
realisieren zu können.
Der Ernährungsrat Oldenburg ist federführend für das vom Bund geförderte Projekt „EAT – gemeinsam regional genießen“ mit Ziel, Einrichtungen der Außer-Haus-Verpflegung zu coachen, regionale Wertschöpfungsketten zu aufzubauen und Ernährungsbildung für Gäste der Gemeinschaftsverpflegung zu realisieren. Deutlich wird dabei die erforderliche Kompetenz, verschiedene Perspektiven einnehmen und langfristige Beziehungen mit und auch zwischen den Akteuren aufbauen zu können.
Perspektiven bündeln und Fördermittel wirkungsvoll einsetzen
Zum Dessert gab es eine spannende Diskussionsrunde mit der Ministerin. Die inhaltliche Ausrichtung der Projekte entlang der Niedersächsischen Ernährungsstrategie wurde unumstritten befürwortet. Gleichzeitig ist es in Zeiten knapper Kassen besonders wichtig, dass Fördermittel besonders wirkungsvoll eingesetzt werden. Ein großer Vorteil der Ernährungsräte bei der Planung solcher Gelder ist die gute Verbindung zur praktischen Basis. In Punkto Fördermittel heißt das, welche Förderungen wären notwendig, um die gewünschten Prozesse im Land, beispielsweise zur Umsetzung von Fertigungsbetrieben oder auch zum Aufbau von Wertschöpfungszentren, tatsächlich anstoßen zu können.
Eine weitere wichtige Frage: Wie kann das das ML wichtige Vernetzungen unterstützen? Welche Formate braucht es, um die fünf Projekte rund um die Außer-Haus-Verpflegung im Land besser in Austausch zu bringen und die Ergebnisse auch über die Projektlaufzeiten hinaus nutzbar zu machen? Drei der auf Bundesebene geförderten Modellregionenprojekte befinden sich in Niedersachsen, hinzu kommen die Projekte „Lernort Mensa“ sowie „Mehr Bio in der Gemeinschaftsverpflegung“. Hier bietet sich das Ministerium an, den Rahmen für die dafür erforderlichen Vernetzungstreffen auf Landesebene bereitzustellen.
Ernährung ist ein Querschnittsthema und geht weit über den Zuständigkeitsbereich des ML hinaus. Während der Diskussion wurde immer wieder deutlich, wie wichtig es besonders in politisch herausfordernden Zeiten ist, im Gespräch zu bleiben und sich der unterschiedlichen Perspektiven bewusst zu sein. Das dies in unserem Land möglich ist, zeigt auch der Ansatz „Niedersächsischer Weg“. Für die Ziele der Ernährungsstrategie setzen die Ernährungsräte in Ihrer Vielseitigkeit besonders auf Vernetzung und Zusammenarbeit. Wenn wir die verschiedenen Perspektiven bündeln und uns unserer Gemeinsamkeiten bewusst sind, werden wir auch in der Lage sein, gemeinsame Ziele zu erreichen.
Ansprechperson für Rückfragen:
Steffi Heidenreich
Leitung der Geschäftsstelle
Netzwerk der Ernährungsräte Niedersachsen e.V.
0176 56082080 / info@ernaehrungsrat-niedersachsen.de
http://ernaehrungsrat-niedersachsen.de
Spenden willkommen unter IBAN: DE95 4306 0967 1096 8592 00
